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„Nachhaltig“ reicht nicht mehr: Was sich jetzt ändert

(c) Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin

Wusstest du, dass sich ab September etwas ändern wird – für uns alle, die rund um den Fairen Handel aktiv sind?
Mit der EU-Richtlinie EmpCo (Empowering Consumers for the Green Transition) gelten ab dem 27. September 2026 neue Regeln für die Kommunikation gegenüber Verbraucher*innen. In Deutschland wurden diese über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb umgesetzt. Ziel ist es, irreführende Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen zu verhindern. Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „CO₂-neutral“ müssen künftig belegbar und nachvollziehbar sein. Diese Umstellung bietet eine große Chance, für alle die kein Greenwashing betreiben, sondern wirklich faire und nachhaltige Produkte anbieten.

  • 29. April 2026

Was sich konkret ändert

Die Richtlinie bringt mehrere zentrale Anpassungen mit sich. Allgemeine Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sind nur noch zulässig, wenn sie überprüfbar sind – das betrifft auch soziale Aussagen zu Produkten und damit zentrale Aspekte des Fairen Handels. Zudem gelten strengere Regeln für Zukunftsversprechen: Aussagen wie „klimaneutral bis 2030“ benötigen einen klaren, öffentlichen und überprüfbaren Umsetzungsplan. Verstöße können durch Mitbewerber, Verbraucherzentralen oder die Wettbewerbszentrale angezeigt werden. Die Regelung gilt zwar ausschließlich im Business-to-Consumer-Bereich, jedoch sind diese nicht immer klar voneinander getrennt. So kann Werbung in einem Fachmagazin beispielsweise auch Verbraucher*innen lesen.

(c) Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin
(c) Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin

Warum das den Fairen Handel betrifft

Auch im Fairen Handel wird mit Aussagen zu Wirkung, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gearbeitet – etwa auf Verpackungen, in Shops oder in der Kommunikation. Aussagen wie „fair“, „nachhaltig“ oder „unterstützt Produzent*innen“ müssen künftig klarer eingeordnet und im Zweifel belegbar sein. Besonders relevant sind die neuen Anforderungen an Siegel und Zertifizierungssysteme: Unternehmenseigene Labels sind künftig nur noch zulässig, wenn sie auf einem überprüfbaren System mit unabhängiger Kontrolle basieren. Das kann Anpassungen bei Verpackungen, Siegeln und Kommunikation notwendig machen.

(c) Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin

Einordnung: Herausforderung und Chance

Wie einzelne Aussagen künftig bewertet werden, wird sich erst in der Praxis zeigen. Entsprechend besteht aktuell noch Unsicherheit im Umgang mit den neuen Vorgaben. Gleichzeitig bietet EmpCo auch eine Chance: Sie stärkt transparente und nachvollziehbare Kommunikation. Für den Fairen Handel kann das auch bedeuten, bestehende Stärken – wie Transparenz in Lieferketten und konkrete Partnerschaften – noch klarer sichtbar zu machen, nicht als allgemeines Versprechen, sondern konkret entlang der Wertschöpfungskette.

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