Berlin hat Currywurst, den Fernsehturm und Spätis – aber bisher noch keine Fairtrade-University. Dabei sind viele Voraussetzungen bereits vorhanden: Faire Produkte gehören an zahlreichen Berliner Hochschulen längst zum Alltag. Bei einer gemeinsamen Online-Infoveranstaltung mit Fairtrade Deutschland und der Fairtrade-University Leipzig wurde deutlich, welches Potenzial Berlin für die Auszeichnung mitbringt. Besonders wichtig dabei: bestehende Nachhaltigkeitsinitiativen mit dem Thema Fair Trade zu verbinden und so gemeinsam sichtbare Impulse für mehr globale Gerechtigkeit an Hochschulen zu setzen. Wer wird also Berlins erste Fairtrade-University?
Berlin steht für Vielfalt, Kreativität und Wandel. Die Hauptstadt hat Currywurst, den Fernsehturm und Spätis an jeder Ecke – aber bislang noch keine Fairtrade-University. Dabei bringt Berlin eigentlich beste Voraussetzungen dafür mit.
Ein erster Schritt in diese Richtung wurde am 20.05.2026 mit einer gemeinsamen Online-Infoveranstaltung gemacht. Zusammen mit Giovanna Leier von Fairtrade Deutschland wurden die Kampagne „Fairtrade-University sowie die Voraussetzungen für die Zertifizierung und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten vorgestellt. Außerdem berichtete die Fairtrade-University Leipzig aus der Praxis und teilte wertvolle Erfahrungen aus dem Zertifizierungsprozess.
Hochschulen sind Orte, an denen täglich tausende Studierende und Mitarbeitende zusammenkommen. Dadurch haben sie eine enorme gesellschaftliche Wirkungskraft. Gleichzeitig wächst der Anspruch vieler Studierender an ihre Hochschulen, Nachhaltigkeit sichtbar und glaubwürdig umzusetzen. Die gute Nachricht: Viele Voraussetzungen für den Titel „Fairtrade-University“ sind in Berlin bereits vorhanden. Das Studierendenwerk Berlin versorgt beispielsweise 21 Berliner Hochschulen mit fair gehandelten Produkten – darunter Kaffee und Kakao in Mensen und Cafeterien.
Wie die Umsetzung konkret aussehen kann, zeigte Manuel Rist, Nachhaltigkeitsmanager der Fairtrade-University Leipzig. Besonders deutlich wurde dabei: Die Auszeichnung hat eine starke Außenwirkung und ist mit überschaubarem Aufwand erreichbar.
Ein zentraler Tipp aus Leipzig: Nicht bei Null anfangen. Statt neue Parallelprojekte aufzubauen, sollte Fair Trade an bestehende Themen wie Klimagerechtigkeit oder nachhaltige Entwicklung anknüpfen. So lassen sich Ressourcen bündeln und langfristige Strukturen schaffen. Entscheidend seien dabei kontinuierliche und niedrigschwellige Impulse, die möglichst viele Menschen zur Beteiligung einladen.
Die Frage bleibt also: Wer wird Berlins erste Fairtrade-University?
Hier gehts zur Aufzeichnung der Online-Infoveranstaltung: