Druckfrisch: Das Forum Fairer Handel, der bundesweite Verband des Fairen Handels und Bündnisakteur beim Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin, hat seinen jährlichen Bericht zu den aktuellen Entwicklungen veröffentlicht. Neue Zahlen, Trends und politische Debatten zeigen, wo der Faire Handel aktuell steht – und wo noch viel zu tun ist. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für euch zusammengefasst.
Der Faire Handel in Deutschland wächst weiter: 2,7 Milliarden Euro gaben Verbraucher*innen 2025 für fair gehandelte Produkte aus – ein neuer Höchstwert und 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig zeigt der Blick über die Grenze: Mit durchschnittlich 33 Euro pro Kopf ist beim fairen Konsum in Deutschland noch viel Luft nach oben. In Österreich sind es 88 Euro, in der Schweiz umgerechnet rund 129 Euro allein für Fairtrade-gesiegelte Produkte.
Diese und viele weitere Zahlen liefert die neue Publikation „Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel 2026“ unseres Bündnisakteurs Forum Fairer Handel. Sie zeigt, wo der Faire Handel wirtschaftlich steht – und welche politischen und gesellschaftlichen Fragen die Bewegung aktuell beschäftigen.
Besonders wichtig bleibt Kaffee: Er steht inzwischen für 40,9 Prozent des gesamten Umsatzes mit fair gehandelten Produkten in Deutschland. 2025 wurden 26.779 Tonnen fairer Kaffee verkauft. Das sind zwar drei Prozent weniger als im Vorjahr, der Marktanteil von fairem Röstkaffee liegt aber weiterhin bei knapp sechs Prozent. Bei Schokolade ging es dagegen aufwärts: Der Absatz stieg um rund drei Prozent auf 6.463 Tonnen. Auch die mehr als 900 Weltläden entwickelten sich positiv und steigerten ihren Gesamtumsatz um zehn Prozent auf 87 Millionen Euro.
Doch die Publikation schaut bewusst über Umsatzzahlen hinaus. Marktmacht im Lebensmittelhandel, faire Preise, Lieferkettengesetze und Menschenrechte gehören ebenso zu den Themen wie neue Formen des Wirtschaftens. Ein eindrücklicher Befund: Die vier großen Lebensmittelhandelskonzerne kontrollieren inzwischen rund 88 Prozent des deutschen Lebensmittelmarktes. Das Forum Fairer Handel stellt deshalb die Frage, wie Macht in Lieferketten gerechter verteilt und Fairness stärker zum wirtschaftlichen Standard werden kann.
Spannend ist auch der europäische Vergleich. In Frankreich etwa wächst insbesondere der Faire Handel mit landwirtschaftlichen Produkten aus dem eigenen Land stark. Die Publikation macht damit deutlich: Fairer Handel ist längst nicht nur eine Frage von Produkten aus dem Globalen Süden, sondern auch eine grundsätzliche Frage danach, wie wir Handel und Landwirtschaft gestalten wollen.
Das Forum Fairer Handel feiert 2026 zugleich sein 20-jähriges Bestehen. Als bundesweiter Verband und politische Stimme des Fairen Handels bündelt es Positionen, erhebt jährlich die Branchenzahlen und setzt sich dafür ein, die Prinzipien des Fairen Handels stärker in Wirtschaft und Politik zu verankern. Wir freuen uns, das Forum Fairer Handel als Bündnisakteur im Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin dabei zu haben.
Wer tiefer einsteigen möchte: Die Publikation „Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel 2026“ versammelt Zahlen, Trends, politische Debatten und Beispiele aus der Praxis auf 24 Seiten.