20 Produkte.
5 Perspektiven.

Ein faires Berlin.

Die Ausstellung FAIRES BERLIN live erleben!

4.–8. November 2026 · Bazaar Berlin · Halle 17 · täglich 10–19 Uhr
Eintritt im Messeticket enthalten · Kostenlose Führungen vor Ort

20 Produkte zeigen, wie vielfältig Fairer Handel ist

Kaffee, Mode, Schmuck, Lebensmittel und Alltagsprodukte: 20 Produkte aus Berlin geben Einblicke in ganz unterschiedliche Wege, Handel gerechter zu gestalten.

Hinter ihnen stehen Menschen, Ideen und besondere Formen der Zusammenarbeit. Ihre Geschichten führen von Berlin nach Kolumbien, Ruanda, Indien, Guatemala und an viele weitere Orte – und wieder zurück in unseren Alltag.

Fünf Perspektiven. Viele Antworten.

Fairer Handel lässt sich nicht aus nur einer Perspektive erzählen. Deshalb schauen wir bei den 20 Produkten genauer hin: auf ihren Ursprung, ihre Herstellung, den Handel, die Frage nach Verantwortung und ihren Platz in unserem Alltag.

Entdecke, was dahintersteckt

Fairer Handel kann an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen: bei langfristigen Partnerschaften, gerechter Wertschöpfung, dem Erhalt von Handwerk und Biodiversität oder bei mehr Selbstbestimmung und neuen Formen des Wirtschaftens. Die 20 Produkte zeigen, wie unterschiedlich diese Themen zusammenspielen können.
Wähle aus, was dich interessiert – und entdecke die passenden Geschichten:

Perspektive Ursprung – Wo beginnt ein Produkt?

Jedes Produkt hat eine Herkunft – und die prägt weit mehr als nur seinen Geschmack oder sein Material. Hier richtet sich der Blick dorthin, wo Rohstoffe angebaut, geerntet oder gewonnen werden – und auf die Menschen, deren Arbeit ganz am Anfang einer Lieferkette steht. Welche Bedingungen finden sie vor, welchen Anteil an der Wertschöpfung erhalten sie und welche Möglichkeiten entstehen vor Ort? Fairer Handel beginnt mit der Frage, was am Ursprung eines Produkts passiert.
Gebana

Bananenkiste

Unternehmen: gebana AG
Perspektive: Ursprung
Herkunft: Ecuador
Anders wirtschaften Transparenz Wertschöpfung
Der Ursprung verdient mehr.

Bananen gehören zu den beliebtesten Früchten der Welt. Doch wie viel von ihrem Wert bleibt eigentlich dort, wo sie wachsen? Das Handelsmodell von gebana setzt genau hier an: Es will mehr Wertschöpfung bei den Bauernfamilien ermöglichen und die üblichen Handelswege neu denken.

Die Bio-Bananen wachsen in der Region El Oro im Südwesten Ecuadors. Sie werden möglichst vor Ort verarbeitet und verpackt und gelangen ohne klassische Zwischenhandelsstufen direkt zu den Kund*innen, wo sie erst zu Hause nachreifen. Zusätzlich zum Einkaufspreis erhalten die Bauernfamilien 10 % des Verkaufspreises – unabhängig vom Unternehmenserfolg. Großpackungen, kurze Lieferketten und der Verzicht auf unnötige Zwischenschritte sind Teil eines Handelsmodells, das mehr Wertschöpfung im Ursprungsland ermöglicht. So zeigt gebana, dass gerechter Handel nicht erst beim Verkauf beginnt – sondern bereits dort, wo ein Produkt entsteht.

Oronda

Goldene Trauringe

Unternehmen: Stefanie Holtz und Jürgen Krause GbR
Perspektive: Ursprung
Handwerk Ressourcen Transparenz Wertschöpfung
Der wahre Wert hat einen Ursprung.

Woher stammt das Gold in einem Ring? Diese Frage stellen sich die wenigsten. Oronda lenkt den Blick an den Anfang der Lieferkette: in zertifizierte Kleinminen, unter anderem in Lateinamerika, wo Gold unter verbesserten Arbeitsbedingungen sowie verbindlichen Umwelt- und Sozialstandards gewonnen wird.

Fairtrade- und Fairmined-zertifiziertes Gold ermöglicht den beteiligten Minen höhere Erlöse und zusätzliche Prämien. Diese können beispielsweise in Arbeitssicherheit, Infrastruktur oder Umweltschutz investiert werden. Damit beginnt die Geschichte eines Schmuckstücks lange bevor das Gold die Werkstatt erreicht.

Die ausgestellten Trauringe bestehen aus 585er Fairtrade-Gelbgold. Einer der Ringe trägt einen in Deutschland mit Strom aus erneuerbaren Energien gezüchteten Lab-Grown-Diamanten.
Als erste Fairtrade-zertifizierte Goldschmiede Berlins verbindet der Familienbetrieb Oronda über 30 Jahre Goldschmiedehandwerk mit transparenten Lieferketten. Zum Angebot gehören auch Schmuck aus Recyclinggold und -silber sowie Umarbeitungen und Reparaturen, die vorhandene Materialien und Schmuckstücke weiter nutzbar machen.

Gerade bei einem Schmuckstück, das Menschen oft ein Leben lang begleitet, bekommt die Herkunft des Materials eine besondere Bedeutung. Die Trauringe zeigen, dass sich der Wert von Gold nicht nur in Karat bemisst – sondern auch daran, unter welchen Bedingungen es gewonnen und verarbeitet wurde.

Caventura

Kaffee, Kirsche & Blüte

Unternehmen: Caventura GmbH
Perspektive: Ursprung
Herkunft: Kolumbien
Anders wirtschaften Partnerschaften Ressourcen Wertschöpfung
Innovation wächst am Ursprung.

Kaffee ist weit mehr als die Bohne, die am Ende in unserer Tasse landet. An der Kaffeepflanze wachsen Früchte und Blüten, die ebenfalls genutzt und vermarktet werden können. Caventura zeigt, wie daraus neue Produkte entstehen – und wie sich dadurch zusätzliche Wertschöpfung dort schaffen lässt, wo der Kaffee wächst.

Aus einer persönlichen Verbindung zur Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien entstanden enge Partnerschaften mit Kaffeebäuer*innen vor Ort. Das Berliner Specialty-Coffee-Unternehmen importiert außergewöhnliche Kaffees und verbindet hohe Qualität mit langfristiger Zusammenarbeit. Zum Sortiment gehören Fairtrade-zertifizierte und biologisch angebaute Kaffees.

Doch Caventura richtet den Blick nicht nur auf die Kaffeebohne. Auch Kaffeekirsche und Kaffeeblüte werden zu eigenständigen Produkten. Damit wird sichtbar, welches wirtschaftliche Potenzial in Teilen der Kaffeepflanze steckt, die im klassischen Kaffeehandel kaum eine Rolle spielen. Für die Produzent*innen können dadurch zusätzliche Absatzmöglichkeiten und neue Formen der Wertschöpfung entstehen. Gleichzeitig eröffnet sich für Konsument*innen ein anderer Blick auf Kaffee: nicht nur als fertiges Getränk, sondern als Pflanze, landwirtschaftliches Produkt und Ausgangspunkt für vielfältige Geschmäcker.

Conflictfood

Tees aus Myanmar

Unternehmen: Conflictfood GmbH
Perspektive: Ursprung
Herkunft: Myanmar
Anders wirtschaften Biodiversität Partnerschaften Wertschöpfung
Handel, wo andere aussteigen.

Der Shan-Staat im Norden Myanmars gehört zu den Regionen, deren Zugang zu internationalen Märkten durch Krieg und politische Instabilität stark eingeschränkt ist. Gerade hier baut Conflictfood langfristige Handelsbeziehungen auf. Die Tees bringen die Region auf unseren Tisch und erzählen von den Menschen, ihrem Wissen und ihrer Landwirtschaft – nicht nur von den Konflikten.

Im Shan-Staat bauen Ta’ang-Familien seit Generationen Tee an. Zwischen den Teesträuchern wächst Ingwer im traditionellen Mischanbau. Auf derselben Fläche gedeihen so unterschiedliche Kulturen, statt die Landwirtschaft auf ein einziges Produkt auszurichten. Tee und Ingwer werden vor Ort verarbeitet und finden sich hier in unterschiedlichen Tees wieder.
Für Conflictfood ist Handel gerade dort wichtig, wo politische und wirtschaftliche Unsicherheit den Zugang zu Märkten erschwert. Das Berliner Unternehmen baut deshalb langfristige Wertschöpfungsketten in Konfliktregionen auf – neben Myanmar unter anderem in Afghanistan, Palästina und der Ukraine. Dadurch entstehen Absatzmöglichkeiten auch unter schwierigen Bedingungen.
Der Blick auf Myanmar zeigt dabei mehr als Konflikt und Krise: Er richtet sich auf landwirtschaftliches Wissen, regionale Teekultur und die Menschen, die diese seit Generationen weitertragen. Fairer Handel kann so dazu beitragen, dass Produkte aus Regionen, die im internationalen Handel kaum sichtbar sind, neue Märkte erreichen.

Perspektive Herstellung – Wie wird es gemacht?

Zwischen Rohstoff und fertigem Produkt liegen viele Schritte und Entscheidungen. Materialien werden ausgewählt, verarbeitet und veredelt – mit Wissen, Erfahrung und oft viel handwerklichem Können. Dabei geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern auch darum, wo und unter welchen Bedingungen produziert wird, welche Ressourcen eingesetzt werden und welches Wissen erhalten bleibt. Fairer Handel nimmt deshalb auch die Herstellung und die Menschen dahinter in den Blick.
Flying Roasters

Bio-Rohkaffee

Unternehmen: Flying Roasters Heymann und Klitsch GbR
Perspektive: Herstellung
Partnerschaften Transparenz Wertschöpfung Wissen teilen
Was passiert zwischen Rohkaffee und fertiger Tasse?

Grün, hart und kaum nach dem Kaffee duftend, den wir kennen: Rohkaffee ist das Ausgangsprodukt jeder Röstung. Erst durch Hitze entwickeln sich Farbe, Duft und Aromen. Flying Roasters zeigt, wie entscheidend dieser Verarbeitungsschritt ist – und macht gleichzeitig sichtbar, was hinter dem Rohkaffee steckt.

In der Berliner Rösterei wird für jeden Kaffee ein eigenes Röstprofil entwickelt. Temperatur, Dauer und Verlauf der Röstung beeinflussen, welche Aromen sich entfalten. So wird aus einem landwirtschaftlichen Rohprodukt ein Kaffee mit eigenem Geschmacksprofil – und aus Rösten ein Handwerk, das Erfahrung, Wissen und Präzision verlangt.

Flying Roasters schaut dabei auch über die eigene Rösterei hinaus. In ausführlichen Transparenzberichten veröffentlicht das Unternehmen Zahlen, Rechnungen und Preisberechnungen und dokumentiert Reisen zu den Partnerkooperativen. So werden nicht nur Verarbeitung und Qualität, sondern auch die Bedingungen hinter dem Produkt nachvollziehbar.

Den Bio-Rohkaffee bezieht Flying Roasters gemeinsam mit anderen unabhängigen europäischen Röstereien über die Genossenschaft Roasters United direkt von demokratisch organisierten Kooperativen. Beim Import arbeitet das Netzwerk mit MITKA, dem Mittelamerika Kaffee Im- und Export, zusammen. MITKA ist seit 1986 im solidarischen Kaffeehandel aktiv und bringt langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Produzent*innenorganisationen und im Kaffeeimport mit.
So führt der Weg des Rohkaffees von den Kooperativen über solidarische Handelsstrukturen bis in die Berliner Rösterei – wo schließlich durch handwerkliches Rösten der Kaffee entsteht, den wir kennen.

Wambui Designs

Handgewebte Heimtextilien

Unternehmen: Wambui Designs
Perspektive: Herstellung
Herkunft: Kenia
Frauen & Teilhabe Handwerk Wertschöpfung Wissen teilen
Handwerk verbindet Generationen.

Jedes Muster erzählt eine Geschichte. Wambui Designs lässt historische Webmuster aus verschiedenen Kulturen wieder aufleben und verbindet jahrhundertealte Handwerkstechniken mit zeitgenössischem Design. Auf traditionellen Webstühlen in Kenia entstehen aus reiner Baumwolle Textilien, die kulturelles Erbe nicht ins Museum stellen, sondern in den Alltag bringen.

Die Berliner Designerin Wambui Mwangi gründete Wambui Designs 2011 mit dem Ziel, textiles Kulturerbe zu bewahren und handwerkliches Wissen wirtschaftlich tragfähig zu machen. In den Werkstätten in Kenia entstehen die Stoffe in traditioneller Handarbeit – und mit ihnen qualifizierte Arbeitsplätze.

Davon profitieren insbesondere Frauen und Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Das Weben wird damit nicht nur als kulturelle Tradition erhalten, sondern schafft Einkommen und Perspektiven. Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde, erhält so auch eine wirtschaftliche Zukunft.

Mit WOMADE Berlin im Bikini Berlin führt Wambui diese Idee in Berlin weiter. Dort bekommen von Frauen geführte Unternehmen, Kunsthandwerkerinnen und Designerinnen eine Plattform. Workshops und Live-Websessions geben zudem Einblicke in traditionelle Herstellungstechniken. Das Kissen verbindet damit nicht nur Kenia und Berlin, sondern auch Vergangenheit und Gegenwart, Handwerk und Design.

Supermarché

Handgewebtes Geschirrtuch

Unternehmen: supermarché Fair Fashion GmbH
Perspektive: Herstellung
Herkunft: Indien
Handwerk Partnerschaften Transparenz Wertschöpfung
Viele Hände. Ein Stück Berlin.

Ein Berliner Motiv beginnt lange vor dem Druck. In indischen Weber*innen-Kooperativen werden Baumwolltextilien von Hand gewebt. Erst danach kommen sie nach Berlin, wo supermarché sie in Kreuzberg von Hand mit Berliner Motiven bedruckt. So verbindet das Geschirrtuch traditionelles Handwerk in Indien mit Gestaltung und Weiterverarbeitung in Berlin.

Supermarché entwickelt seine Eigenkollektion gemeinsam mit langjährigen Produktionspartner*innen. Die handgewebten Textilien werden fair gehandelt und tragen dazu bei, traditionelles Weberhandwerk zu erhalten. Gleichzeitig profitieren die Weber*innen von sozialen Leistungen wie Krankenversicherung, Altersvorsorge und Unterstützung bei der Schulausbildung ihrer Kinder.

Auch in Berlin bleibt die Herstellung sichtbar: Der Druck erfolgt nicht anonym in einer großen Produktionsstätte, sondern von Hand in Kreuzberg. Damit treffen in einem einzigen Alltagsprodukt unterschiedliche Formen von Handwerk und Wissen aufeinander.

Das Geschirrtuch zeigt, wie viele Menschen und Arbeitsschritte selbst hinter einem vermeintlich einfachen Produkt stehen. Faire Herstellung bedeutet hier, diese Arbeit sichtbar zu machen, handwerkliches Können zu erhalten und über lange Zeit verlässliche Beziehungen entlang der Wertschöpfungskette aufzubauen.

FC Internationale × Runamics × Hakro

Kreislauffähiges Trikot

Unternehmen: FC Internationale Berlin 1980 e. V. × runamics GmbH × HAKRO GmbH
Perspektive: Herstellung
Anders wirtschaften Ressourcen Transparenz
Herstellung beginnt mit den richtigen Entscheidungen.

Ein Trikot entsteht nicht erst in der Näherei. Schon beim Design wird entschieden, welche Materialien zum Einsatz kommen, wie sie verarbeitet werden und was nach der Nutzung mit dem Produkt geschehen kann. Das kreislauffähige Trikot zeigt, wie sich Herstellung von Anfang an anders denken lässt.

Entwickelt wurde das Trikot vom Berliner Fußballverein FC Internationale gemeinsam mit dem Circular-Textile-Start-up runamics und dem Textilhersteller HAKRO. Die drei Partner bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen: FC Internationale gab den Impuls für eine konsequent nachhaltige Teamausstattung, runamics das Wissen über kreislauffähiges Produktdesign und HAKRO seine Erfahrung in der Textilproduktion.
Auch die Herstellung folgt diesem Ansatz. Sämtliche Verarbeitungsschritte – vom Stricken über das Färben bis zum Nähen – finden in Portugal in einem Umkreis von rund 20 Kilometern statt. Kurze Wege zwischen den einzelnen Produktionsstufen machen die Lieferkette überschaubarer und nachvollziehbarer.

Das Trikot besteht aus Cradle to Cradle Gold-zertifizierten Materialien und ist frei von problematischen Chemikalien. Dabei wird bereits bei der Entwicklung mitgedacht, was mit den eingesetzten Materialien nach der Nutzung geschehen kann. Kreislauffähigkeit wird so nicht nachträglich ergänzt, sondern zum Ausgangspunkt des Designs.

Mit dem Schriftzug „NO RACISM“ trägt das Trikot zudem eine Botschaft nach außen. Es verbindet damit ökologische und soziale Fragen mit dem Selbstverständnis des Vereins – und zeigt, wie viel bereits bei der Gestaltung eines scheinbar alltäglichen Sportprodukts entschieden wird.

Perspektive Verantwortung – Wer entscheidet?

Fairer Handel ist auch eine Frage von Macht, Teilhabe und Entscheidungsspielräumen. Es macht einen Unterschied, wem ein Unternehmen oder eine Marke gehört, wer über Gewinne und Wertschöpfung verfügt und wer die Bedingungen der Zusammenarbeit mitgestalten kann. Wer entscheidet, wer wird beteiligt und wer übernimmt Verantwortung für die Folgen wirtschaftlichen Handelns? Fairer Handel kann so auch neue Formen von Eigentum, Zusammenarbeit und Selbstbestimmung eröffnen.
Kaffee Kooperative

Angelique’s Finest Kaffee

Unternehmen: Kaffeekoop GmbH
Perspektive: Verantwortung
Anders wirtschaften Frauen & Teilhabe Selbstbestimmung Wertschöpfung
Verantwortung beginnt mit Entscheidungsmacht.

Wer entscheidet über ein Produkt – diejenigen, die es anbauen, oder diejenigen, die es verkaufen? Die Berliner Kaffee Kooperative geht mit Angelique’s Finest einen besonderen Weg: Die Kaffeemarke gehört den Produzentinnen in Ruanda. Sie sind damit nicht nur Lieferantinnen des Rohkaffees, sondern gestalten selbst, was mit ihrem Kaffee geschieht und wie er vermarktet wird.

Die Kaffee Kooperative wurde als deutsch-afrikanisches Social Business gegründet, um mehr Wertschöpfung in den Ursprungsländern des Kaffees zu ermöglichen. Statt ausschließlich Rohkaffee zu exportieren, sollen möglichst viele Verarbeitungsschritte dort stattfinden, wo der Kaffee wächst.

Bei Angelique’s Finest bedeutet das: Gemeinsam mit RWASHOSCCO, dem Dachverband ruandischer Kaffeekooperativen, übernehmen die beteiligten Kaffeebäuerinnen Verantwortung für Anbau, Verarbeitung, Röstung, Verpackung und Vermarktung. Dadurch bleiben mehr Wertschöpfung, Wissen und unternehmerische Verantwortung in Ruanda.

Die Kaffee Kooperative versteht sich als verlängerter Arm ihrer Partnerinnen auf dem deutschen Markt. Sie unterstützt dabei, Angelique’s Finest hier zu vertreiben und sichtbar zu machen, während Eigentum an der Marke und zentrale Entscheidungen bei den Produzentinnen liegen.

Angelique’s Finest zeigt damit, wie sich die Rollen im Kaffeehandel verschieben lassen: Aus Rohstofflieferantinnen werden Unternehmerinnen, die ihre eigene Marke mitgestalten und an deutlich mehr Schritten der Wertschöpfung beteiligt sind.

SEP

Besticktes Tuch

Unternehmen: SEP Textiles UG
Perspektive: Verantwortung
Herkunft: Jordanien
Handwerk Partnerschaften Selbstbestimmung Wertschöpfung
Verantwortung heißt, Menschen sichtbar zu machen.

Rund 4.800 Stiche stecken in einem Tuch von SEP. Im Jerash-Geflüchtetencamp in Jordanien fertigen palästinensische und syrische Künstler*innen die aufwendigen Stickereien von Hand. Viele palästinensische Familien leben dort seit Generationen im Exil. Mit Tatreez, der traditionellen palästinensischen Stickkunst, wird kulturelles Wissen weitergegeben – Stich für Stich.

SEP arbeitet langfristig mit einem festen Netzwerk von Künstlerinnen zusammen und verbindet das traditionelle Handwerk mit zeitgenössischem Design und internationalen Absatzmöglichkeiten. In Berlin ist SEP mit einer eigenen Boutique in Kreuzberg vertreten.

Dabei sollen die Menschen hinter den Produkten nicht anonym bleiben. Jedes Tuch trägt den Namen der Künstlerin, die es gefertigt hat. Ihre Arbeit wird damit als kreative und handwerkliche Leistung sichtbar und bekommt ein Gesicht.
Auch wie gearbeitet wird, entscheiden die Künstlerinnen mit: Sie können ihre Stickereien zu Hause oder in den Werkstätten anfertigen und erhalten eine transparente Vergütung, die unabhängig vom späteren Verkaufspreis des Produkts festgelegt wird.

Das bestickte Tuch zeigt, dass Verantwortung mehr bedeutet als faire Bezahlung: Es geht auch um Selbstbestimmung, Anerkennung und darum, kulturelles Wissen zu bewahren – und die Menschen sichtbar zu machen, die ein Produkt mit ihren Händen entstehen lassen.

Einhorn

Faire Kondome

Unternehmen: einhorn products GmbH
Perspektive: Verantwortung
Herkunft: Thailand
Anders wirtschaften Partnerschaften Ressourcen Wissen teilen
Verantwortung endet nicht am Produkt.

Ein Kondom kann mehr sein als ein Konsumprodukt. Das Berliner Unternehmen Einhorn verbindet seine Produkte mit der Frage, wie ein Unternehmen Verantwortung gegenüber Produzent*innen, Umwelt und Gesellschaft übernehmen kann. Dazu gehören die Herkunft des Naturkautschuks ebenso wie die Eigentumsstruktur des Unternehmens und der Umgang mit Gewinnen.

Einhorn bezieht seinen Naturkautschuk aus kleinbäuerlichen Agroforstsystemen in Thailand. Das Unternehmen zahlt zusätzliche Prämien, garantiert die Abnahme der Ernte und engagiert sich mit der Regenerative Rubber Initiative für eine langfristig faire und ökologische Kautschukproduktion.
Verantwortung wird bei Einhorn aber auch als Frage des Wirtschaftens verstanden. Seit 2019 befindet sich das Unternehmen im Verantwortungseigentum: Es kann nicht einfach verkauft werden und Gewinne dienen nicht der privaten Bereicherung einzelner Eigentümer*innen. Sie werden überwiegend für den Unternehmenszweck eingesetzt. Dazu gehört auch der FemFund, mit dem feministische Projekte unterstützt werden.

Gleichzeitig nutzt Einhorn seine Kondome und Periodenprodukte, um Themen wie Sexualaufklärung, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit sichtbar zu machen und gesellschaftliche Debatten anzustoßen.

Die Fairen Kondome zeigen damit, dass unternehmerische Verantwortung an vielen Stellen ansetzen kann – vom Rohstoff und der Zusammenarbeit mit Produzent*innen bis zur Frage, wem ein Unternehmen gehört und wofür seine Gewinne eingesetzt werden.

Ma·Deli

Samai Hirse

Unternehmen: Ma. Deli GmbH
Perspektive: Verantwortung
Herkunft: Indien
Biodiversität Frauen & Teilhabe Selbstbestimmung Wertschöpfung
Verantwortung beginnt auf dem Feld.

Welche Pflanzen wir anbauen und essen, entscheidet mit darüber, wie widerstandsfähig Landwirtschaft in Zukunft sein kann. Samai – die Kleine Hirse – gehört zu den traditionellen Kulturpflanzen Südindiens. Sie benötigt wenig Wasser, ist von Natur aus trockenheitsresistent und trägt dazu bei, Biodiversität, traditionelle Anbausysteme und Ernährungssouveränität zu erhalten.

Das Berliner Unternehmen Ma Deli macht traditionelle Lebensmittel aus Südasien hierzulande sichtbar und schafft neue Absatzmöglichkeiten für die Menschen, die sie anbauen. Für Samai arbeitet Ma Deli direkt mit einem indigenen Frauenkollektiv im Sittilingi-Tal im südindischen Tamil Nadu zusammen.

Die Frauen bauen dort Kulturpflanzen an, die an die regionalen Bedingungen angepasst sind und seit Generationen Teil der lokalen Ernährung und Landwirtschaft sind. Gerade angesichts zunehmender Trockenheit gewinnen solche robusten Sorten an Bedeutung. Ihr Anbau bewahrt zugleich landwirtschaftliches Wissen und eine Vielfalt, die durch die Konzentration auf wenige global gehandelte Nutzpflanzen zunehmend verloren gehen kann.

Durch den direkten Handel schafft Ma Deli Einkommen und neue Absatzmöglichkeiten für das Frauenkollektiv und bringt Samai auf den deutschen Markt. Damit wird aus einer kleinen Hirse auch eine Verbindung zwischen traditionellem Wissen in Tamil Nadu und neuen Konsument*innen in Berlin.

Ma Deli zeigt uns, dass Verantwortung bereits bei der Frage beginnt, was überhaupt angebaut und gehandelt wird – und welche Pflanzen, Menschen und Formen von Wissen dadurch eine wirtschaftliche Zukunft bekommen.

Perspektive Handel – Wie wird gehandelt?

Fairer Handel entscheidet sich nicht nur daran, was gehandelt wird, sondern vor allem auch wie. Preise, Vorfinanzierung, Abnahmemengen, langfristige Beziehungen und Vertriebswege bestimmen mit, wer profitiert und wer Risiken trägt. Wer legt die Bedingungen fest und wie können Handelspartner*innen auf Augenhöhe zusammenarbeiten? Fairer Handel sucht nach Handelsbeziehungen, die verlässlich, partnerschaftlich und gerechter gestaltet sind.
Berliner Weltläden

Faire Einkaufstüte

Unternehmen: Berliner Weltläden
Perspektive: Handel
Anders wirtschaften Partnerschaften Wertschöpfung Wissen teilen
Hier wird Fairer Handel erlebbar.

Weltläden gehören zu den Pionieren des Fairen Handels. Seit über 50 Jahren schaffen sie Absatzmöglichkeiten für Produkte von Produzent*innen, die im konventionellen Handel oft kaum Zugang zu Märkten haben. Die Faire Einkaufstüte bringt Produkte aus den zehn Berliner Weltläden zusammen – und zeigt, wie vielfältig Fairer Handel heute ist.

In der Tüte finden sich Lebensmittel, Kunsthandwerk und Alltagsprodukte aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Jeder Berliner Weltladen hat dafür eines seiner Lieblingsprodukte ausgewählt und erzählt, warum gerade dieses Produkt für ihn besonders ist. So entsteht gleichzeitig ein kleines Porträt der Berliner Weltladenlandschaft.

Weltläden sind dabei weit mehr als Verkaufsorte. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, Fairen Handel in Deutschland bekannt zu machen und alternative Handelsmodelle praktisch zu erproben. Neben dem Verkauf engagieren sie sich für Bildungsarbeit, politische Kampagnen und gerechtere Handelsstrukturen.

Heute gibt es mehr als 900 Weltläden in Deutschland, zehn davon in Berlin. Sie sind Teil einer internationalen Bewegung, die Fairen Handel seit Jahrzehnten nicht nur verkauft, sondern auch erklärt, diskutiert und weiterentwickelt.
Die Faire Einkaufstüte steht deshalb nicht für ein einzelnes Produkt, sondern für zehn Berliner Orte, viele Lieblingsprodukte und eine Bewegung, die Fairen Handel seit Jahrzehnten in den Alltag bringt.

HAPPA

Faire Speisekarte

Unternehmen: Sophia Hoffmann & Nina Petersen GbR
Perspektive: Handel
Anders wirtschaften Partnerschaften Wertschöpfung Wissen teilen
Fairer Handel kommt auf den Teller.

Ein gutes Gericht besteht aus mehr als seinen Zutaten. Im HAPPA werden Gäste durch das Menü geführt: Zutaten, Produzent*innen und Lieferant*innen werden vorgestellt, Einkaufsentscheidungen erklärt und Einblicke in die Entstehung der Gerichte gegeben. So wird aus einem Restaurantbesuch auch eine Reise hinter die Kulissen der Gastronomie – und des Fairen Handels.

Das Berliner Restaurant HAPPA wurde von Nina Petersen und der Köchin und Kochbuchautorin Sophia Hoffmann gegründet. Gemeinsam verbinden sie pflanzenbasierte Küche mit bewusst ausgewählten fair gehandelten und biologischen Zutaten. Dabei geht es nicht nur darum, was auf dem Teller landet, sondern auch darum, woher Lebensmittel kommen, wer sie produziert und unter welchen Bedingungen sie gehandelt werden.

Diese Herkunft wird im Restaurant bewusst sichtbar gemacht. Viele der verwendeten Produkte können Gäste direkt vor Ort entdecken und kaufen. Produzentinnen und Lieferantinnen werden vorgestellt und bekommen damit einen Platz in der Geschichte des jeweiligen Gerichts.

Auch über das Restaurant hinaus vermittelt HAPPA Wissen rund um Lebensmittel und bewussten Konsum. In Sophia Hoffmanns Kochbüchern spielen nachhaltige Zutaten und die Geschichten hinter Lebensmitteln ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die Faire Speisekarte zeigt damit auch die Rolle der Gastronomie als Einkäuferin: Mit der Auswahl jeder Zutat wird entschieden, welche Produkte, Produzent*innen und Handelsbeziehungen Teil des Angebots werden. Fairer Handel findet so nicht nur im Laden statt – sondern auch in der Küche und auf dem Teller.

JustStars

Leuchtender Dekostern

Unternehmen: justStars GmbH
Perspektive: Handel
Herkunft: Indien
Handwerk Partnerschaften Transparenz Wertschöpfung
Ein warmes Licht verbindet Welten.

Ob zur Weihnachtszeit oder bei besonderen Anlässen – ein leuchtender Papierstern schafft Wärme und Atmosphäre. Bei JustStars beginnt seine Geschichte lange bevor er in einem Berliner Fenster leuchtet: Rund 250 Kunsthandwerker*innen in Uttar Pradesh in Indien fertigen die Sterne in sorgfältiger Handarbeit. Die Designs entstehen in Berlin.

Fairer Handel ist dabei kein Zusatz, sondern Grundlage der Zusammenarbeit. JustStars arbeitet langfristig mit seinen Produktionspartner*innen zusammen, finanziert die Produktion vor und zahlt freiwillig höhere Einkaufspreise. Gerade die Vorfinanzierung ist wichtig: Die Kosten der Herstellung müssen nicht allein von den Produzent*innen getragen werden, während sie auf den späteren Verkauf warten.

Auch das handwerkliche Können bleibt ein wesentlicher Teil des Produkts. Aus Papier entstehen in mehreren Arbeitsschritten die filigranen Formen und Muster der Sterne. Gestaltung in Berlin und Handarbeit in Uttar Pradesh greifen dabei ineinander.

JustStars ist anerkannter Lieferant des Weltladen-Dachverbands. Die Sterne werden unter anderem über Weltläden und auf Weihnachtsmärkten verkauft und bringen Fairen Handel damit an Orte, an denen viele Menschen ihnen ganz selbstverständlich begegnen.

Der leuchtende Dekostern verbindet so Berlin und Uttar Pradesh, Design und Handwerk – und zeigt, wie aus langfristigen Handelsbeziehungen ein Produkt entsteht, das Jahr für Jahr in vielen Fenstern leuchtet.

Fairbindung

Solidarischer Espresso

Unternehmen: FairBindung e.V.
Perspektive: Handel
Herkunft: Guatemala
Anders wirtschaften Partnerschaften Wertschöpfung Wissen teilen
Handel ist mehr als ein Preis.

Handel entscheidet darüber, wer Planungssicherheit hat, wer Risiken trägt und wie Wertschöpfung verteilt wird. FairBindung versteht Kaffee deshalb nicht einfach als Ware, sondern als Grundlage für langfristige Partnerschaften. Für den Café Vivero arbeitet der Berliner Verein mit der Kooperative La Voz que Clama en el Desierto am Atitlán-See in Guatemala zusammen.

Preise, Vorfinanzierung, Qualitätszuschläge und jährliche Abnahmemengen werden gemeinsam gestaltet. Der Handel soll sich damit nicht allein am Weltmarkt orientieren, sondern auch an den Bedürfnissen der Produzent*innen. FairBindung bezeichnet diesen Ansatz als Solidarischen Handel.

Die Zusammenarbeit mit La Voz ist langfristig angelegt. Es geht nicht nur um den Kauf und Verkauf von Kaffee, sondern um Verlässlichkeit, Austausch und die Frage, wie Risiken und Wertschöpfung innerhalb einer Handelsbeziehung gerechter verteilt werden können.

Seit 2009 verbindet FairBindung den Handel außerdem mit Bildungsarbeit zu globaler Gerechtigkeit, solidarischer Ökonomie und kolonialen Kontinuitäten. Workshops, Projektwochen und Veranstaltungen nehmen Produkte wie Kaffee zum Ausgangspunkt, um globale Handelsstrukturen sichtbar zu machen und gemeinsam zu hinterfragen.

Der Solidarische Espresso steht damit für einen Handel, der nicht mit dem Verkauf einer Packung Kaffee endet. Er verbindet Produzent*innen und Konsument*innen, Guatemala und Berlin – und macht aus einer Handelsbeziehung eine langfristige Partnerschaft.

Perspektive Alltag – Was hat das mit mir zu tun?

Kaffee am Morgen, Lippenpflege in der Tasche, Schokolade als Geschenk oder der Fanschal im Stadion: Fairer Handel begegnet uns an vielen Stellen unseres Alltags. Hinter diesen Produkten stehen Menschen, Rohstoffe, Handelsbeziehungen und Entscheidungen, die oft weit über Berlin hinausreichen. Diese Perspektive zeigt, wie Fairer Handel mitten im täglichen Leben sichtbar wird – und vom besonderen Angebot ganz selbstverständlich dazugehören kann.
GEPA × Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin

BERLIN CHOC

Unternehmen: GEPA GmbH x Faires Berlin e.V.
Perspektive: Alltag
Anders wirtschaften Partnerschaften Ressourcen Wertschöpfung
Das süßeste Statement der Stadt.

Ob als Geschenk, Mitbringsel oder kleine Aufmerksamkeit – Schokolade begleitet viele Menschen durch den Alltag. BERLIN CHOC wurde als faire Hauptstadt-Schokolade entwickelt: Sie verbindet Berliner Identität mit 100 Prozent fair gehandelten Bio-Zutaten und macht Fairen Handel auf genussvolle Weise sichtbar.

Hinter BERLIN CHOC steht die Idee, ein Hauptstadtprodukt mit Haltung zu schaffen. Gemeinsam bringen die GEPA und das Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin ein Produkt auf den Weg, das Berlin repräsentiert und zugleich zeigt, dass bei einem typischen Souvenir oder Gastgeschenk auch die Bedingungen entlang der Lieferkette eine Rolle spielen.

Die Zutaten stammen aus Fairem Handel und biologischem Anbau. Damit führt die Geschichte der Schokolade weit über Berlin hinaus zu den Menschen und Handelspartnerinnen, die Kakao und weitere Rohstoffe anbauen und verarbeiten. Die GEPA bringt dafür ihre langjährige Erfahrung im Fairen Handel und ihre Partnerschaften mit Produzentinnenorganisationen ein.
Gleichzeitig trägt BERLIN CHOC den Fairen Handel dorthin, wo Berlin verschenkt, besucht und repräsentiert wird. Als Souvenir, Gastgeschenk oder einfach als Schokolade für zwischendurch erreicht sie Menschen auch außerhalb klassischer Fair-Handels-Orte.

So wird aus einer Tafel Schokolade ein kleines Stück Hauptstadt: BERLIN CHOC zeigt, wie Fairer Handel ganz selbstverständlich im Berliner Alltag sichtbar werden kann – und trägt diese Idee mit jeder Tafel ein Stück weiter.

GEPA x Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin

Berliner Bohne

Unternehmen: GEPA GmbH x Faires Berlin e.V.
Perspektive: Alltag
Anders wirtschaften Partnerschaften Ressourcen Wertschöpfung
Eine kleine Ikone des Fairen Handels.

Seit über 20 Jahren gehört die Berliner Bohne zu Berlin. Als Hauptstadtkaffee zeigt sie, wie Fairer Handel Teil des ganz normalen Alltags werden kann: morgens am Frühstückstisch, in der Büroküche oder bei einer Tasse Kaffee zwischendurch.

2006 entstand die Berliner Bohne als eines der ersten Stadtkaffee-Projekte Deutschlands. Berliner Weltläden, der Verein Baobab und weitere entwicklungspolitische Initiativen entwickelten den Kaffee gemeinsam, um Fairen Handel in Berlin sichtbarer zu machen und ein Produkt zu schaffen, das die Stadt mit den Produzent*innen des Kaffees verbindet.

Bis heute steht die Berliner Bohne für 100 Prozent fair gehandelten Bio-Kaffee. Die Bohnen stammen von Kooperativen in Mexiko, Honduras, Nicaragua, Kolumbien, Peru und Bolivien. Mit der GEPA steht hinter dem Produkt eines der traditionsreichsten Fair-Handels-Unternehmen Deutschlands.

Über die Jahre hat die Berliner Bohne ihren Weg aus den Weltläden auch in Supermärkte und Berliner Einrichtungen gefunden. Gerade darin liegt ihre Besonderheit: Fairer Handel wird nicht als Ausnahme präsentiert, sondern als selbstverständliche Alternative für ein Produkt, das viele Menschen täglich konsumieren.

Die Berliner Bohne zeigt, was aus einer lokalen Idee werden kann, wenn sie über viele Jahre weitergetragen wird: ein Berliner Produkt mit Wiedererkennungswert und eine kleine Ikone des Fairen Handels.

i+m

Faire Lippenpflege

Unternehmen: i+m Naturkosmetik Berlin GmbH
Perspektive: Alltag
Anders wirtschaften Partnerschaften Ressourcen Wertschöpfung
Kleine Pflege. Große Wirkung.

Ob in der Jackentasche, im Rucksack oder auf dem Schreibtisch – Lippenpflege ist ein kleines Produkt, das viele Menschen fast täglich begleitet. Die Lippenpflege von i+m zeigt, wie in einem unscheinbaren Alltagsprodukt Rohstoffe aus unterschiedlichen Teilen der Welt, Fairer Handel, Naturkosmetik und eine ressourcenschonende Verpackung zusammenkommen.

Für den Lippenpflegestift verwendet das Berliner Naturkosmetikunternehmen i+m Fairtrade-zertifizierte Sheabutter aus Ghana, Kokosöl aus Indien, Sri Lanka, Indonesien und den Philippinen sowie Olivenöl aus Palästina. Damit führt schon ein kleiner Pflegestift zu verschiedenen Anbauregionen und den Menschen, die dort die pflanzlichen Rohstoffe gewinnen und verarbeiten.

i+m verbindet diese Zutaten mit den Standards zertifizierter Naturkosmetik. Die Rezeptur kommt ohne Wasser aus, die Verpackung ist plastikfrei und besteht aus Graspapier und Pappe. So wird nicht nur die Herkunft der Inhaltsstoffe, sondern auch der Umgang mit Ressourcen bei Rezeptur und Verpackung mitgedacht.

Gerade weil Lippenpflege so alltäglich und selbstverständlich ist, macht sie einen wichtigen Aspekt des Fairen Handels sichtbar: Globale Lieferketten stecken nicht nur in Kaffee, Kakao oder Kleidung. Sie begegnen uns auch in den kleinen Produkten, die wir jeden Tag benutzen.

1. FC UNION

Fanschal „Fußballgöttin“

Unternehmen: 1. FC Union Berlin e.V.
Perspektive: Alltag
Anders wirtschaften Frauen & Teilhabe Partnerschaften Ressourcen
Fairness endet nicht am Spielfeldrand.

Ein Fanschal gehört für viele Menschen genauso zum Fußball wie das Spiel selbst. Er wird getragen, verschenkt und oft über Jahre aufbewahrt. Der Fanschal „Fußballgöttin“ zeigt, dass auch bei einem klassischen Fanartikel die Frage gestellt werden kann, wie und aus welchen Materialien er hergestellt wird – und welche Botschaft er trägt.

Der Schal besteht aus zertifizierter Bio-Baumwolle und wird unter sozial verantwortungsvollen Bedingungen hergestellt. Damit rückt ein Produkt in den Fokus, über dessen Lieferkette sich viele Fans beim Kauf vermutlich nur selten Gedanken machen: Auch Merchandising besteht aus Rohstoffen, Verarbeitungsschritten und der Arbeit vieler Menschen.
Gleichzeitig steckt im Namen „Fußballgöttin“ eine zweite Botschaft. Der Schal macht Frauen und Mädchen im Fußball sichtbar und bricht mit der Vorstellung, Fußball und Fankultur seien vor allem männlich geprägt.

Besonders ist dabei der Ort, an dem das Produkt selbstverständlich wird: im Stadion, auf der Straße und im Kiez. Verantwortungsvolle Produkte müssen nicht in einer Nische bleiben, sondern können überall dort auftauchen, wo Menschen ihren Alltag und ihre Leidenschaften leben.

Der Fanschal verbindet so Fankultur, verantwortungsvollere Herstellung und mehr Sichtbarkeit für Frauen im Fußball – und trägt diese Haltung weit über das Stadion hinaus.

Fairer Handel wird gemacht. Auch in Berlin.

Hinter jedem Produkt stecken Menschen, Ideen und Partnerschaften. Auch in Berlin arbeiten zahlreiche Unternehmen, Initiativen und Organisationen daran, Handel gerechter zu gestalten. Sie entwickeln neue Wege des Wirtschaftens, bringen faire Produkte auf den Markt und zeigen, wie vielfältig Fairer Handel heute gelebt wird.

Gemeinsam lässt sich mehr bewegen.

Das Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin bringt Akteur*innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Sport zusammen, schafft Raum für Austausch und unterstützt Kooperationen und gemeinsame Projekte. Gemeinsam machen wir Fairen Handel in der Hauptstadt sichtbarer und stärken seine Bedeutung im Berliner Alltag.

Fairen Handel in ganz Berlin entdecken

Rund 500 weitere faire Orte warten auf dich! Geschäfte, Cafés, Weltläden, Initiativen und viele mehr: Der Faire Stadtplan zeigt, wo Fairer Handel in Berlin bereits gelebt wird.

 

Zum Fairen Stadtplan Berlin

Was bewegt den Fairen Handel in Berlin?

Neue Projekte, Veranstaltungen, Kooperationen und Geschichten aus dem Netzwerk: Erfahre, was sich in der Hauptstadt tut.

 

Aktuelles aus dem Fairen Berlin
Die Ausstellung FAIRES BERLIN live erleben!

4.–8. November 2026 · Bazaar Berlin · Halle 17 · täglich 10–19 Uhr
Eintritt im Messeticket enthalten · Kostenlose Führungen vor Ort

Der faire Stadtplan